Februar 18, 2016

Das sind die Trends in der Kommunikation 2016

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Noch ist das Jahr 2016 jung, und doch zeichnen sich schon einige Trends in der Kommunikation ab. Die folgenden drei Themen, davon bin ich überzeugt, werden uns nicht nur das Jahr über begleiten, ich gehe auch davon aus, dass sie unsere Arbeit maßgeblich verändern werden:

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Grafik mit der Timeline von Snapchat

The History of Snapchat A Timeline | Quelle: Gary Vaynerchuk

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1. Snapchat

2015 war das Jahr, in dem Instagram sich in Deutschland durchgesetzt hat. Im Januar gab facebook (Instagram gehört zu facebook) bekannt, dass hierzulande mittlerweile mehr als neun Millionen Menschen Instagram nutzen. Weltweit sind 400 Millionen Menschen auf Instagram aktiv. Snapchat weist aktuell (noch) „nur“ 200 Millionen Nutzer aus. In Deutschland soll die Zahl der aktiven Nutzer etwa drei Millionen betragen. Besonders spannend ist, dass hierzulande noch kaum ein Unternehmen oder Medienhaus zu verstehen scheint, wie man Snapchat sinnvoll einsetzen kann. Auch die „Experten“ fremdeln mit Snapchat.

Dabei ist das Tool besonders deswegen spannend, weil Snapchat ein „Anti-Instagram“ werden könnte. Geht es bei Instagram vor allem darum, den perfekten Moment einzufangen oder einen gewöhnlichen Moment perfekt in Szene zu setzen, ist Snapchat roh. Man hält einfach drauf, kreiert eine Vielzahl von Snaps und erschafft somit eine zusammenhängende Story. Dabei entsteht viel, was man als unnütz bezeichnen könnte – aber eben auch viel Echtes. Bedenkt man, dass in bestimmten Gruppen Instagram dazu geführt hat, dass etwa bestimmte Einrichtungsgegenstände gekauft wurden, um die eigenen vier Wände und somit sein Leben besser aussehen zu lassen, könnte Snapchat ein Channel werden, der uns wieder ein wenig mehr Gelassenheit lehrt. Wahrscheinlich ist die hinter Snapchat stehende Flüchtigkeit ein weiterer Grund dafür, warum es speziell bei Teenagern so gut ankommt und die Nutzerzahlen in dieser Altersgruppe explodieren.

Das bedeutet aber auch für alle Unternehmen, die diese Zielgruppe anvisieren, dass sie sich schleunigst mit Snapchat auseinandersetzen sollten. Denn noch könnten sie in der Wahrnehmung vom First Mover-Vorteil profitieren.

2. Influencer Relations

Die Uhrenmarken Daniel Wellington sowie „Kapten & Son“ zeichnen sich weder durch innovatives Design noch durch eine jahrhundertelange Tradition aus. Auch qualitativ können sie mit IWC, Rolex etc. nicht mithalten. Schaut man sich aber mal an, wie weit verbreitet die beiden Marken speziell auf bildstarken Netzwerken wie Pinterest oder Instagram sind, kommt man schnell zu dem Schluss, dass sie den Markt für Uhren beherrschen. Wie kann das sein?

Daniel Wellington wie auch Kapten & Son zeichnen sich neben einigen anderen Marken dadurch aus, dass sie ihre Marketing-Budgets zu einem großen Teil in Influencer stecken. Heißt also: Sie identifizieren reichweitenstarke Meinungsmacher mit einer ansprechenden Bildsprache und kooperieren mit ihnen. In der Regel fließt dabei ein nicht ganz unerhebliches Honorar. Das Ganze erinnert an Prominente wie Günther Jauch oder Heidi Klum, die für Krombacher oder Opel werben und dafür fürstlich entlohnt werden.

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Ich selbst habe im Laufe der letzten Monate in meiner Arbeit für GLOSSYBOX die Erfahrung gemacht, wie sinnvoll und kosteneffizient Influencer Relations (in Abgrenzung zur klassischen Werbung) sein können. Besonders gut funktionieren Influencer Relations dann, wenn man das Wort Relations ernst nimmt und versucht, eine Beziehung zu den Influencern aufzubauen. Vor allem auch deswegen, weil die Preise umso mehr sinken, je besser die Beziehung ist.

Von einigen Unternehmensvertretern habe ich in der Vergangenheit gehört, dass für sie Influencer Relations keinen Sinn machen, weil ihre Branche zu spezialisiert ist. Ich kann mir das kaum vorstellen. Digitale Meinungsmacher gibt es auch für die kleinsten Nische.

3. Content

2007, als ich meinen ersten Pressesprecher-Job angetreten habe, verfügte ich über keinerlei Budget. Auch war das Unternehmen, für das ich gearbeitet habe, gänzlich unbekannt und unser Produkt nicht gerade ein Renner. Kurz: Es war mit klassischen Mitteln für mich unmöglich, Öffentlichkeit herzustellen. Also habe ich meine Arbeitszeit dafür genutzt, ein Corporate Blog (es war ja die Zeit, da facebook und Instagram noch zu klein waren bzw. nicht existierten) aufzusetzen. Das Unternehmen, für das ich damals tätig war, hat Podcasts. Also schrieb ich in dem Blog über die Zukunft von Vermarktungsmodellen im Allgemeinen und konnte auf diese Weise zumindest eine Partikular-Öffentlichkeit herstellen und schlussendlich dazu beitragen, zwei große Kunden an Land zu ziehen.

Kein Mensch sprach damals von Content oder gar Content Marketing. Und bis heute würde ich diese Wörter dafür nicht wählen. Denn für mich ist ein Blog, wie ich es betrieben habe, Kommunikation – oder auch PR. In jedem Fall ist das Erstellen und Distribuieren von Inhalten ein sehr effektives Werkzeug in meiner Tool-Box.

Dadurch, dass wir mittlerweile ohne großen Aufwand neben Blogs auch Videos oder animierte Websites bauen können, die Inhalte transportieren, sollten wir PRler (oder wie auch immer wir uns nennen), die schon immer Geschichten erzählt haben und imstande sein mussten, Geschichten zu erzählen, anfangen, das Thema „Owned Media“ oder Content als unsere Verantwortung zu verstehen. Letztendlich geht es bei der Kommunikation darum, eine Agenda zu setzen. Zum Glück hat es sich mittlerweile auch bis in die Vorstands-Etagen herumgesprochen, dass man das sehr effektiv auch über eigene Inhalte tun kann, so dass die Budgets für das Aufsetzen von Content vorhanden sind. Nun müssen sie auch noch mit den richtigen Konzepten abgerufen und schließlich erfolgreich genutzt werden.