Juni 05, 2017

Der nächste Schritt: hypr

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Als ich mich vor gut einem Jahr selbständig machte, sprach ich über meine Angst vor diesem Schritt und auch über meine Hoffnung, dass es funktionieren würde. Es ist bis hierhin gut gegangen. Sehr gut sogar. Die Angst ist trotzdem nicht verschwunden. Im Gegenteil: Sie wird jeden Tag größer. Die Selbständigkeit nämlich erweist sich als das genau richtige Modell für mich, das ich unter keinen Umständen aufgeben möchte. Ich habe immer gedacht, dass es mir schwerfallen würde, für mehr als ein Unternehmen zu kommunizieren, weil mir dann die Identifikation mit einem Unternehmen und auch der Zusammenhalt eines Teams fehlen würden. Doch das trifft nicht zu: Nach wenigen Wochen spreche ich von „wir“ und „uns“ – und das bei all meinen Auftraggebern. Genau das erfüllt mich: zu wissen, dass ich Teil eines guten Teams, einer guten Sache bin, wenn ich ein Mandat übernehme. Insofern hat es mir auch zwölf Monate nicht wehgetan, ein Einzelkämpfer zu sein. Denn es hat sich nie so angefühlt.

„Nein“ ist das neue Schwarz

Wer über die letzten Jahre mit mir zusammengearbeitet hat, weiß, dass ich wahrlich kein einfacher Mensch bin. Die von mir am häufigsten gebrauchten Wörter sind „Nein“, „Warum“ und „Das sehe ich anders“. Ich hinterfrage und kämpfe für meine Überzeugungen – auch als Dienstleister. Einige meiner Auftraggeber verwirrt das, weil sie es gewohnt sind, dass Dienstleister Aufträge annehmen und als Aufträge verstehen, sie also abarbeiten und erledigen. So arbeite ich nicht. Und so möchte ich auch nicht arbeiten.

Meine Aufgabe: Ich löse Ihre Probleme

Meine Motivation, warum ich morgens seit gut einem Jahr fast jeden Tag voller Vorfreude aus dem Bett steige und mich gerne an die Arbeit mache, ist, dass ich helfen und Probleme lösen möchte. Mithilfe von Kommunikation versteht sich (denn mehr als das kann ich nicht). Wenn ein Unternehmen an mich herantritt und wir beidseitig eruieren, ob es passen könnte, wundert sich mein Gegenüber häufig, weil eine meiner ersten Fragen lautet: „Wo drückt der Schuh?“ Nur wenn ich weiß, was nicht richtig funktioniert, kann ich einen Lösungsweg entwickeln und dafür sorgen, dass das Problem verschwindet. Manche potentielle Auftraggeber erwidern mir dann: „Wieso Problem? Wir wollen Kommunikation machen, und wir haben gehört, dass Du das ganz gut kannst.“ Dann fühle ich mich zwar natürlich geschmeichelt, aber diese Begründung reicht mir nicht. Über die letzten 16 Jahre, die ich nun berufstätig bin, habe ich zu viele Unternehmen gesehen und erlebt, in denen Kommunikation stattfindet, weil es eben so ist und nicht nach dem Sinn gefragt wird. Als jemand, der ständig alles hinterfragt (s.o.), fühlte ich mich in einem solchen Ökosystem oft nicht wohl. Ich muss an meine Auftraggeber, an ihre Daseinsberechtigung und vor allem an die Menschen, mit denen ich eng zusammenarbeiten soll, glauben. Damit sich schnell ein „Wir“ entwickeln kann und ich für sie und mit ihnen glaubwürdig kommunizieren kann.

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Eine andere Sache, vor der ich großen Respekt hatte, war ein technischer Aspekt: Kriege ich es hin, Geschäftsmodelle, Unternehmenskultur und all das, was für die Kommunikation wichtig ist, aus meiner externen-internen Perspektive so weit kennenzulernen, dass ich meine Arbeit zufriedenstellend erledigen kann? Dafür habe ich folgenden Ansatz entwickelt: Ich kehre an den Beginn meiner „Karriere“ zurück und führe einen Workshop mit meinen Auftraggebern durch, in dem ich einen Tag lang Journalist bin und Fragen stelle. Fragen über Fragen. Damit ich hinterher alles weiß und eine Strategie ausarbeiten kann. Speziell Gründer von jungen Startups scheinen sich mit diesem Ansatz an der einen oder anderen Stelle schwer zu tun: „Warum stellst Du all diese Fragen? Ich habe Dir doch das Problem genannt.“ Ich glaube daran, dass das offensichtliche Problem oft mit Problemen zusammenhängt, die man nicht sieht. Und dass die offensichtlichste Lösung nicht zwangsläufig diejenige ist, die das Problem am nachhaltigsten löst. Mir geht es in meiner Arbeit darum, möglichst viele Ansätze zu identifizieren und mich am Ende für denjenigen zu entscheiden, der eine a. schnelle und noch wichtiger b. nachhaltige Lösung verspricht.

Ohne diese Vier wäre es nicht gegangen

Das letzte Jahr war großartig. Ohne Max Wittrock, der mir diesen Floh ins Ohr gesetzt hat, wäre ich darauf nicht gekommen. Ohne Mark Ralea, der mich sofort beauftragte, als ich ihm von meinen Gedanken über die Selbständigkeit berichtete, wäre ich den Schritt nicht gegangen. Ohne Andreas Winiarski, der mich bestärkte, indem er mich „ausbuchte“, wäre es nicht so einfach gewesen. Und ohne meine Frau, die mir jeden Tag die Angst nimmt und mir mit Rat und Tat zur Seite steht, würde es nicht funktionieren und nichts davon Sinn machen.

hypr: Der nächste Schritt

Damit die nächsten Jahre ebenso großartig (wenn nicht noch besser) werden, endet das „Ich“ und beginnt das „Wir“, beginnt hypr. Bereits in den letzten Wochen und Monaten habe ich mir immer öfter Spezialisten herangezogen, die mir dabei geholfen haben, Probleme zu lösen. Das werde ich künftig noch regelmäßiger tun – mithilfe von freien aber auch festen Mitarbeitern. Und so entsteht eine Agentur, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie unbequem und unangepasst ist und lösungsorientiert sowie unternehmerisch denkt. Wenn das Tugenden sind, die Sie begeistern, dann freuen wir uns, Sie kennenzulernen.