Mai 12, 2014

Reputation ist mehr als nur Dein Name

©-fotogestoeber-Fotolia.com

Seit 1999 schreibe ich im Internet. Seit 2007 blogge, twitter und facebook ich. Und trotzdem starte ich mit diesen Zeilen quasi einen Neuanfang – mit einem frischen Blog und vor allem auch mit einem neuen Namen.

Angst vor dem Namenswechsel

Ich habe vor einiger Zeit geheiratet und dabei den Namen meiner Frau angenommen. An sich ist das keine ungewöhnliche Sache, auch wenn es nach wie vor seltener vorkommt, dass Männer den Namen ihrer Frau annehmen. Jedoch wurde ich von Menschen, mit denen ich mich über Kommunikation und wie sie unser Leben und die Reputation von Unternehmen bestimmt austausche, immer wieder gewarnt: “Du hast Dir doch einen so starken Namen in der Branche aufgebaut. Wieso schmeißt Du das über Bord? Dein Name ist Dein Kapital.” Und in der Tat habe ich auch aus dieser Sorge heraus im professionellen Kontext einige Zeit meinen alten Nachnamen (Kriwoj) mit mir herumgetragen, obwohl in meinen offiziellen Dokumenten schon längst Klein stand. Wieso nun die Änderung?

Auch Personen sind Marken

Ich habe mich in den letzten Monaten immer wieder mit Ibo unterhalten und viel darüber gelesen, was er über Social Trademarks geschrieben hat. Die erbarmungslose, ehrliche Wahrheit ist: Ich fühle mich nicht zu 100 Prozent wohl, als “Trademark” deklariert zu werden. Gleichwohl gibt es keinen anderen Begriff, der besser beschreibt, wozu Kommunikation im Internet geführt hat: Wir agieren durchaus wie große Brands. Einige von uns bewusster als andere. Wir erzeugen ein Bild, das nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen muss. Und wenn man diesen Gedanken weiter denkt und der Philosophie nicht ganz abgeneigt ist, dann kommt man vielleicht auch an den Punkt, an dem man sich fragt: Was ist wirklich? Stimmt das Bild, das eine Person von sich digital erzeugt, mit der Wirklichkeit überein? Jeder wird diese Fragen unterschiedlich beantworten, das hat Wahrnehmung so an sich.

Wahrnehmung kann man steuern

Ebenso wie es als globaler Kommunikationsverantwortlicher von GLOSSYBOX meine Aufgabe ist, eine gewünschte Wahrnehmung für das Unternehmen zu definieren und anschließend Schritte zu unternehmen, um sie zu erreichen, nehme ich diese Rolle – wenn auch nicht immer bewusst – auch für meine eigene Person ein. So bin ich zwar in einem Beauty-Unternehmen tätig, es würde mir ab nie in den Sinn kommen, ausführlichst über Beauty-Themen auf Twitter oder Facebook zu schreiben, weil jeder, der mich auch nur ansatzweise kennt, weiß, dass ich diesbezüglich nur über ein begrenztes Wissen verfüge. Das wird sich jedoch hoffentlich noch verbessern. Sehr wohl aber berichte ich über meine Arbeit und ihre Ergebnisse. Stichwort: Authentizität.

Wer kommuniziert, hat die Macht

Ich verstehe Menschen, die keine Lust haben im Internet zu kommunizieren. Weil sie kein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein haben oder auch einfach nicht möchten, dass irgendjemand irgendwas über sie weiß. Ich respektiere das und ziehe für mich selbst ebenfalls Grenzen, was ich publiziere – und was nicht. Zweifellos aber ist: Wer selbst aktiv kommuniziert und somit seine Social Trademark definiert, ist eher imstande, die Wahrnehmung, die man erzeugt, zu steuern.

Reputation ist mehr als ein Name

Ich bin 34 Jahre alt, habe somit also voraussichtlich noch ein paar Jahrzehnte vor mir und das große Glück, einen sehr markanten Vornamen zu haben. Insofern habe ich noch viele Jahre die Chance, das Bild, das ich bei Menschen erzeuge, zu steuern. Schmeiße ich durch meinen Namenswechsel die letzten sieben Jahre über Bord? Mit Sicherheit nicht, sonst hätten mir Ibo und sein Team nicht die Möglichkeit gegeben, am Social Trademark-Projekt teilzunehmen. Reputation und Wahrnehmung ist mehr als eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die man bei Google eintippt. Sie steht für Gesten, Stimme, Inhalte und Taten.

Mit dem Start dieses Blogs möchte ich nicht nur meinen neuen Namen positionieren, sondern auch darüber berichten, was meinen beruflichen Alltag bestimmt: Kommunikation.