April 14, 2016

Sixt: Das Engagement auf Snapchat ist riesig

sixt das engagement auf snapchat ist riesig

Über die letzten Jahre hat sich der Mietwagenanbieter Sixt zu einem der Pioniere im deutschsprachigen Social Web entwickelt. Diverse Kampagnen haben Aufsehen erregt, Fans begeistert und dazu geführt, dass Sixt immer wieder zum Gesprächsthema wurde. Da verwundert es nicht wirklich, dass Sixt auch auf Snapchat aktiv ist und schon einige Sachen fabriziert hat, die andere Unternehmen als Best Case ansehen. Ich hatte die Chance, mit Christoph Assmann, Social Media Manager bei Sixt, über seine Erfahrungen auf Snapchat zu reden.

Wie kam es dazu, dass Sixt auf Snapchat aktiv wurde? Was macht Snapchat für Euch interessant?

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Foto von Christoph Assmann

Christoph Assmann | Social Media Manager bei Sixt

[/pullquote]Christoph Assmann: Die Challenge im Social Media Marketing ist der tägliche Kampf um die Aufmerksamkeit der User. Die Nutzer nehmen nur wahr, was für sie relevant ist. Wo es bei anderen Kanälen teilweise Abnutzungseffekte gibt, ist das Engagement auf Snapchat riesig. Daher hat es mich gereizt, ob man dieses Potential auch als Firma nutzen kann. Speziell auf Snapchat wird langweiliger Content gnadenlos vom User abgestraft. Wer langweilt, fliegt.

Schon bei unserer ersten Story Anfang 2015, einem Fotoshooting mit dem BMW i8, sind wir auf eine große Resonanz gestoßen, obwohl wir Snapchat kaum promotet hatten. Die Fotos erreichten mehr als 1.000 Views, und während einer Drehpause wurden wir sogar von einem Passanten angesprochen, der SixtDE auf Snapchat folgte und uns erkannt hat. Das war ein spannender Moment, denn meine Einschätzung des Marketingpotentials von Snapchat wurde fühlbar bestätigt.

Wen wollt Ihr auf Snapchat erreichen? Inwiefern gelingt das bereits?

Christoph Assmann: Snapchat ist sehr attraktiv für junge, aufgeschlossene und internationale Menschen. Je wichtiger die Plattform für die Nutzer wird, desto wichtiger wird sie auch für uns als Marke. Momentan wächst Snapchat immer weiter und der Anteil der Nutzer über 25 Jahre liegt bereits bei 50 Prozent. Diese Demografie ist für uns ganz klar Teil der Sixt-Zielgruppe. Wo sich unsere Kunden aufhalten, da sind wir ebenfalls vor Ort. Ob das nun Snapchat ist, Whatsapp, Facebook Messenger oder was noch kommen wird.

Wir nutzen Snapchat bislang als Marken- und Branding-Kanal. Um eine hohe Dichte an attraktivem Content in unseren Stories posten zu können, begleiten wir bislang hauptsächlich Events auf Snapchat. Im März 2016 hatten wir z.B. unseren Kanal im Rahmen eines Takeovers an vier Fotografen aus Hamburg übergeben. Die vier Influencer dokumentierten unter dem Thema #SixtMoments ihren Roadtrip durch das Berchtesgadener Land auf ihre individuelle Art. Bei den Inhalten geben wir den Kooperationspartner großes Vertrauen und lassen ihnen die künstlerische Freiheit, die ihrem Erfolg zu Grunde liegt.

Wie erklärt ihr im Unternehmen, was Snapchat ist? Und wie nehmt Ihr älteren Jahrgängen die Angst vor der vermeintlichen Komplexität bei der Bedienung?

Christoph Assmann: Sixt versteht sich als innovative Marke in allen Unternehmensbereichen. Das erleichtert somit auch die Argumentation, wenn wir innovative Kanäle besetzen wollen. Auch die Bedienung hat sich nach kurzer Einleitung noch nie als Hürde erwiesen. Die Entscheidung über relevante Kanäle liegt direkt bei uns in der Abteilung.

Inhalte in Echtzeit zu veröffentlichen erfordert natürlich etwas Mut und Kreativität. Wir bei Sixt sind das durch unsere täglichen Content-Prozesse gewohnt, kennen unseren inhaltlichen Spielraum und erhalten das Vertrauen unserer Vorgesetzten grundsätzlich.

Wie haben sich Eure Aktivitäten entwickelt?

Christoph Assmann: Wir haben für uns Themenfelder definiert, die wir aus Nutzersicht als relevant bewertet haben. Deshalb veröffentlichen wir auch nicht jeden Tag Beiträge, sondern suchen uns gezielt Anlässe heraus, die diese Relevanz mitbringen. Das können tagesaktuelle Ereignisse sein, Messen und Veranstaltungen oder gesellschaftliche Gegebenheiten wie die Adventszeit. Hier hatten wir täglichen Content in Form eines Video-Adventskalenders auf Snapchat umgesetzt. Auch technisch haben wir uns mit Mikrofonen, Kameralinsen und einem Zeichenstift inzwischen professioneller aufgestellt. Unser Ziel ist es, die jeweils bestmögliche Qualität auf den Kanälen zu erzielen.

Was traut Ihr Snapchat zu? Kann es eventuell so groß werden wie Facebook?

Christoph Assmann: Snapchat ist mit über 100 Millionen täglichen aktiven Nutzern aus meiner Sicht kein Strohfeuer mehr. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: wer sich als Marketing Manager versteht, muss sich damit auseinandersetzen. Die Nutzer sind da, also ist Sixt da aktiv. Die aktuellen Updates ermöglichen auch das Versenden von aktiven Links im direkten Dialog. Somit können wir z.B. auch über Snapchat unseren Followern auf Nachfrage individuelle Tipps, Hilfestellungen oder Angebote zukommen lassen.

Es wird leider zu oft diskutiert, ob Snapchat bestehende Kanäle ersetzen kann. Meiner Meinung nach bietet Snapchat aktuell Interaktionsmöglichkeiten, die andere Kanäle so nicht haben. Daher wird Snapchat parallel zu anderen Apps genutzt. Snapchat bietet ein großes Potential, daher sind wir auch frühzeitig aktiv geworden. Snapchat ist mobile only und ist ein somit ein kleiner Fingerzeig auf die mobile Zukunft. Das Marketing muss auf Snapchat neu denken, vergängliche Inhalte, extrem hohe Interaktionen ohne gelernte social signals (likes, shares) sind eine neue Herausforderung. Wohin die Reise aber final geht, bleibt spannend. Das macht unseren Beruf auch so interessant.


Übrigens: Ich, Sachar, bin auch auf Snapchat. Ihr findet mich als sachark.