März 16, 2017

Warum Gary Vaynerchuk für mich der Größte ist

gary

Viele von uns haben Vorbilder; Menschen, die wir bewundern, zu denen wir aufschauen und denen wir nacheifern. Als ich zehn Jahre alt war, es war das Jahr 1990, war Lothar Matthäus mein Idol. Als Kapitän führte er die deutsche Nationalmannschaft zum Weltmeistertitel und wurde in dem Jahr auch als erster Deutscher Weltfußballer des Jahres. Was hätte ich damals dafür gegeben, mit Matthäus auf dem Platz zu kicken?

27 Jahre später, ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt mit einem Ball am Fuß spielte, trägt mein Vorbild kein Fußball-Trikot mehr sondern ist einer der weltweit einflussreichsten und bekanntesten Digital-Marketing-Köpfe: Gary Vaynerchuk. Umso glücklicher war ich, als ich erfuhr, dass er auf der Online Marketing Rockstars (Disclaimer: Ich habe einen Teil der Kommunikation für das Festival übernommen) sprechen würde.

2015 war ich zum ersten Mal auf der OMR und kam, weil mein Zug aus Berlin Verspätung hatte, zu spät und erlebte nur noch die letzten 15 Minuten von Garys Keynote. Das würde mir dieses Mal nicht passieren. Auch wenn sein Auftritt für kurz nach zehn angesetzt war, fand ich mich bereits um kurz vor neun in der Halle ein und platzierte mich günstig in der ersten Reihe. Und als Gary auf die Bühne kam, hatte ich einen super Blick, konnte tolle Fotos schießen und hörte aufmerksam zu.

Als treuer Hörer von Vaynerchuks Podcast konnte ich fast Satz für Satz mitsprechen. Aber das ist ok. Eine Sache, die zu 100 Prozent richtig ist und an die Du felsenfest glaubst, wird nicht falsch oder schlecht, wenn Du sie 150 Mal hörst.

Parallel schaute ich auf twitter, was Andere über Garys Keynote sagten und retweetete den von mir überaus geschätzten Daniel Rehn. Dabei verwies ich auf den bereits erwähnten Podcast „The GaryVee Audio Experience“.

Irgendwann war Gary mit seiner Keynote dann auch fertig, posierte ewig lange mit Fans und ließ sich von und mit ihnen fotografieren. Schließlich verließ er die Bühne, und mein Puls normalisierte sich. Als ich etwa eine halbe Stunde später wieder twitter öffnete, konnte ich meinen Augen nicht glauben: Gary Vaynerchuk hatte meinen tweet, meinen Retweet, mit einem Herz versehen.

Schreibt hier ein Fanboy? Ja. Ist das trotzdem einen Blogpost wert? Definitiv: ja. Warum?

Ich weiß gar nicht so recht, mit wie vielen Unternehmen ich über die letzten zwölf Monaten an Content Strategien gearbeitet habe. An Formaten. An Ideen. Vieles hat gut funktioniert, Einiges nicht. Was dabei immer zu kurz kam, war der Faktor Interaktion. Und vor allem Endorsement (bzw. Anerkennung, wie wir es im Deutschen sagen würden).

Gary hat meinen tweet wahrscheinlich nicht einmal verstanden. Er war schließlich auf Deutsch. Aber: Er hat mir mit seinem Herz das Gefühl gegeben, wichtig zu sein. Wobei „wichtig“ nicht das richtige Wort ist. Für einige Sekunden fühlte ich mich wie Lothar Matthäus 1990, als er den Weltpokal im Olympiastadion in Rom in die Höhe stemmte. Ich fühlte mich, als sei ich der König der Welt. Und das hat Gary keinen Cent und keine fünf Sekunden Aufwand gekostet.

Natürlich finde ich Gary Vaynerchuk in erster Linie großartig, weil er mir durch seinen Content Impulse, Denkanstöße und Inspriation liefert. Seine Anreize führen dazu, dass ich meine Kunden besser berate und schlicht motivierter durchs Leben schreite. Sein Content ist Weltklasse, und ich sehe niemanden in Deutschland, der ihm auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte. Aber: Am Ende des Tages respektiert Gary Vaynerchuk seine Fans so sehr, dass er sie wertschätzt, ihnen antwortet und sie auszeichnet, indem er ihnen eine Bühne bietet und sie mit kleinen Gesten fördert.

Das nächste Mal, wenn ich mit einem Vorstand oder einem CEO über seine Social Media Content-Strategie reden werde, werde ich ihn darauf hinweisen, dass kein Content der Welt seine Follower so glücklich machen wird wie ein virtueller Schulterklopfer.